Pro velo Schweiz: Das Gesetz über Radwege und die Bedeutung des Verkehrsmanagements

In diesem Artikel finden Sie das Gesetz über die Velowege und die Bedeutung des Veloverkehrs in Städten und Kantonen.

Politik

PRO VELO Schweiz will, dass der Veloverkehr – zusammen mit dem Fussgängerverkehr – von den Behörden und der Bevölkerung als dritte Säule der Mobilität wahrgenommen und gefördert wird, gleichrangig mit dem öffentlichen Verkehr und dem motorisierten Individualverkehr. Seit den 1990er Jahren wird diese dritte Säule gemeinhin als “sanfte Mobilität”; (auf Deutsch “Langsamverkehr”) bezeichnet.

Fahrradweg-Gesetz

Im Mai 2020 hat der Bundesrat auf der Grundlage von Artikel 88 über das Fahrrad der Bundesverfassung einen Gesetzesentwurf über Radwege in die Vernehmlassung gegeben. Diese ist bis zum 10. September 2020 geöffnet. Der Gesetzentwurf basiert auf dem Bundesgesetz über Fuss- und Gehwege (FGZG), enthält aber auch fahrradspezifische Elemente, wie zum Beispiel Parkplätze.

https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/langsamverkehr/vernehmlassung-veloweggesetz.html

Konsultation über die Botschaft zum Fahrradweggesetz

Fahrrad-Statistik

Die Beliebtheit des Fahrrads lässt sich an den Verkaufszahlen ablesen: Im Jahr 2019 wurden etwas mehr als 230. 000 Fahrräder und 133. 000 Elektrofahrräder verkauft, was einem Gesamtanstieg von mehr als 5% bzw. fast 20% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Fast zwei Drittel der Schweizer Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad oder Elektrofahrrad. So ist die Zahl der verfügbaren Fahrräder fast so groß wie die Zahl der Autos.

Beitrag zum Verkehrsmanagement

Zu Spitzenzeiten ist die Situation in Zügen, Bussen und Straßenbahnen, aber auch im Autoverkehr oft angespannt. Es lohnt sich also, das Potenzial des Fahrradverkehrs besser zu nutzen, zumal es noch nicht ausgeschöpft ist, wie die folgenden Zahlen zeigen:

– 10% der Autofahrten und 14% der Straßenbahn- und Busfahrten überschreiten nicht mehr als einen Kilometer, was einer idealen Gehdistanz von 15 Minuten entspricht.

– 46% der Autofahrten und 83% der Straßenbahn- und Busfahrten sind höchstens fünf Kilometer lang, was einer idealen Fahrzeit mit dem Fahrrad von 15 bis 20 Minuten entspricht.

– 66% der Autofahrten und 96% der Straßenbahn- und Busfahrten (ohne die RER) sind weniger als zehn Kilometer lang, was einer idealen Fahrzeit mit dem Elektrofahrrad von 20 bis 25 Minuten entspricht.

Wenn auch nur ein Teil dieser Fahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt würde, würde dies die Überlastung des öffentlichen Verkehrs und des motorisierten Individualverkehrs, insbesondere in den Städten, erheblich verringern. Qualitativ bessere Fahrradwege könnten dazu beitragen. Gemäss einer Umfrage unter E-Bike-Fahrern, die 2014 im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) durchgeführt wurde, würden mehr als die Hälfte von ihnen ein E-Bike häufiger benutzen, wenn die Strassen sicherer wären. Infolgedessen werden Fragen der Verkehrssicherheit vor allem von Stadtbewohnern als großes Hindernis angesehen.

Bedeutung des Veloverkehrs in Städten und Kantonen

Angesichts der wachsenden Beliebtheit des Velos und des Verkehrsverlagerungspotenzials setzen die meisten Schweizer Städte auf die Förderung des Veloverkehrs. In den letzten Jahren wurden die Anstrengungen überall verstärkt und haben Früchte getragen: Zwischen 2010 und 2015 hat der Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich zwischen einem und sechs Prozentpunkten zugenommen, wie ein Vergleich dieser sechs Deutschschweizer Städte zeigt.

Es gibt auch verschiedene Projekte zur Förderung des Radverkehrs in der Westschweiz und im Tessin. So fördert beispielsweise die Stadt Genf in Zusammenarbeit mit dem Kanton den Ausbau des Radwegnetzes sowie die Sicherheit der Radfahrer. Im Rahmen seiner Radverkehrsstrategie hat der Kanton Tessin mehr finanzielle Mittel mobilisiert und die gesetzliche Grundlage für die Erweiterung des kantonalen Radwegnetzes um 245 Kilometer geschaffen. Radverkehrsförderungsprogramme umfassen Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur (Radwege und Parkplätze) sowie Dienstleistungen und Informationskampagnen speziell für Radfahrer. Gerade in diesen Gebieten führen diese Maßnahmen – kombiniert mit Verkehrsberuhigungsmaßnahmen – dazu, dass sich die Nutzer dem Radfahren zuwenden.